Tanzstil führt junge Frau nach Indien

Tanzstil führt junge Frau nach Indien
Anne Dietrich begeistert sich für den Tempeltanz. Er ist sehr ausdrucksstark. Über eine Stunde braucht Anne Dietrich, um sich für ihren Auftritt fertig zu machen. Sie zieht das lange Gewand an, welches aufwändig geschneidert und mit goldenen Bordüren versehen ist. Schmuck an Kopf, Hals und Ohren muss angelegt und Make up aufgetragen werden. Sie möchte perfekt aussehen, wenn sie auf der Bühne steht, oder in einem Workshop einen Teil indischer Kultur nahe bringt.
Die 25-Jährige aus Eulitz (Gemeinde Leuben-Schleinitz) hat sich dem indischen Tempeltanz verschrieben. Dabei gilt ihre Liebe einem ganz besonderen Tanzstil, dem Mohiniyattam, …

… ein Tanz aus Südindien. Der Name Mohini, so erläutert sie, „steht für die Frau, die die Zuschauer verzaubert“. Attam bedeute so viel wie graziöse und sinnliche Bewegung.
Zum klassischen indischen Tanz ist Anne Dietrich während ihres Studiums in Leipzig gekommen. Dort hat die junge Frau Kultur- und Medienpädagogik studiert. Bei Recherchen zur Diplomarbeit kam sie zum indischen Tanz. „Das hat mich neugierig gemacht“, sagt sie. Tanzen hat sie schon immer interessiert. Bereits als Kind war sie in einer Tanzgruppe. „Das war im Meißner Theater“, erzählt sie. Mit sechs Jahren hat sie in der Tanzgruppe angefangen, zuletzt bei Jiri Novak getanzt.

Ausbildung ist hart
Als sie sich intensiver mit dem indischen Tempeltanz beschäftigte wuchs die Neugier, diese Stilrichtung besser kennen zu lernen. Ich habe mich an der Akademie Kalamandalam beworben und wurde auch genommen“, erzählt sie und schwärmt von ihrer Ausbildung in Indien. Ein Jahr lang war sie im fernen Land und hat dort als einzige Tänzerin aus Deutschland studiert. Beim klassischen indischen Tanz liegt das Hauptaugenmerk auf dem Ausdruck. Deshalb wird in der Ausbildung intensiv am Ausdruck von Gesicht und Augen und in der Fingerbewegung geübt. „Beim Tanz werden Geschichten erzählt. Geschichten von den Frauen, die im Tempel für die Götter tanzen, auf diese Art mit ihnen kommunizieren“, so Anne Dietrich. Ein Jahr lang hat sie in Indien studiert. Im nächsten Jahr will sie erneut für fünf Monate nach Indien fahren, um ihre tänzerischen Fähigkeiten zu perfektionieren.
Das Leben in Indien hat der jungen Frau gefallen, obwohl die Ausbildung dort sehr hart ist. Frühmorgens um fünf Uhr beginnt der Unterricht. Acht Stunden lang wird trainiert. Abends wird das Training selbstständig fortgesetzt. „Die ersten drei Monate waren ganz hart. Man muss sich erst an die andere Kultur gewöhnen, muss sich ihr hingeben“, so Annes Erfahrungen. Die Menschen seien dort aber sehr aufgeschlossen und hilfsbereit, so habe sie auch schnell eine Unterkunft gefunden und wurde von der Gastfamilie gut aufgenommen. „Ich habe viele Freundschaften geschlossen.“ (…) Das erworbene Wissen möchte Anne Dietrich in Tanzunterricht und Workshops weiter geben. Außerdem tritt sie zu unterschiedlichen Veranstaltungen auf, versucht so den Tempeltanz in Deutschland bekannter zu machen. (…)

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Quelle: Sächsische Zeitung Meissen | 27.12.2006 | von Jürgen Birkhahn

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