Indischer Abend ist ein Fest für die Sinne

Viel Aufwand haben die Harthaer Tänzerinnen und ihre Helfer betrieben. Und das hat sich gelohnt

Mehr als nur ein Hauch von Exotik wehte am Sonnabend zu abendlicher Stunde durch das Döbelner Theater. Die Harthaer Tanzgruppe „Black Diamonds” lud zu einem Indischen Abend ein. Weil die Gäste vor dem TiB schon Schlange standen, um die besten Plätze zu ergattern, öffnete man die Türen vorzeitig. Bereits im Foyer wurden die Besucher der ausverkauften Veranstaltung im TiB, dem Theater im Bürgersaal, von einer Buddha-Statue begrüßt. (…) Was die Besucher in den folgenden zwei Stunden erwartete, hatte mit orientalischem Bauchtanz oder den zeitgleich auf den Walpurgisnächten stattfindenden Hexentänzen nun gar nichts zu tun.Simone Berger, die Leiterin der aus einem Schulprojekt hervorgegangenen Tanzformation, hatte nicht nur die „Black Diamonds”, sondern auch die Nachwuchsgruppe „Little Diamonds” und das Tanz-Duo „Srijan” mitgebracht. Dahinter verbergen sich Anne Dietrich, eine Leipziger Tanzpädagogin, die in Indien die klassischen indischen Tänze studiert hat und die Inderin Poonam Panchwagh, die – wie sie an diesem Abend unter Beweis stellte – die klassischen indischen Tänze seit ihrer Kindheit aufgesogen hat und sie von den Zehenspitzen bis zu den Haarwurzeln perfekt beherrscht. Beide trainieren die Harthaer Diamanten seit einiger Zeit. …

… Nach einem Einführungsfilm stürmte die Nachwuchsgruppe die Tanzfläche und eröffnete den Abend mit einem „Pferdchen-Tanz”, ehe die „Black Diamonds” ihren ersten aus Südindien stammenden Tanz mit den dafür typischen Handgesten, „Mudras” genannt, zeigten. Die Darbietungen von Anne Dietrich und ihrer als Poonam vorgestellten Kollegin machten die von Simone Berger erklärten Unterschiede zwischen nord- und südindischem Tanzstil deutlich.

Das Faszinierende am klassischen indischen Tanz sei die für unsere Ohren ungewohnte Musik, der Unterschied zu unseren europäischen Tänzen und die Möglichkeit, damit Geschichten zu erzählen. Die aus den Tempeltänzen hervorgegangene Kunst, die schon tausende Jahre alt ist, wird dabei aber nicht als starr angesehen, sondern öffnet sich modernen Einflüssen. Ein Ausdruck dafür ist der auch hierzulande bekannte „Bollywood-Stil”, den die Black Diamonds nach der Pause in so einer rasanten Art und Weise aufführten, dass sich die Gäste zu Beifallsstürmen hinreißen ließen. (…) Chef-Dramaturg Hagen Kunze meinte: „Wir sehen es gern, wenn sich Vereine in unserem Haus präsentieren.” Den Abend mit den indischen Tänzen hat man wirklich gern gesehen.

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Quelle: Sächsische Zeitung Döbeln | 02.05.2011 | von Frank Klinger

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